BJJ für Kinder in Köln
Eine Einführung für Eltern, die ein gutes Bewegungshobby für ihr Kind suchen. Wenn Eltern zum ersten Mal bei uns anrufen, beginnt das Gespräch fast immer mit derselben Frage: „Was lernen die Kinder bei euch eigentlich genau?“ Was uns dabei jedes Mal ein wenig überrascht: Es geht bei den Eltern selten um Selbstverteidigung. Auch die klassischen…
Zum InhaltEine Einführung für Eltern, die ein gutes Bewegungshobby für ihr Kind suchen.
Wenn Eltern zum ersten Mal bei uns anrufen, beginnt das Gespräch fast immer mit derselben Frage: „Was lernen die Kinder bei euch eigentlich genau?“
Was uns dabei jedes Mal ein wenig überrascht: Es geht bei den Eltern selten um Selbstverteidigung. Auch die klassischen Kampfsport-Klischees, also Respekt, Disziplin, Werte mit großem W, tauchen seltener auf, als man denken würde. Die meisten Eltern, die bei uns anfragen, suchen schlicht ein gutes Bewegungshobby. Etwas, bei dem ihr Kind sich auspowert, lernt, was sein Körper kann, und idealerweise auch noch dabei Spaß hat.
Genau für diese Eltern ist dieser Artikel.
Was ist Brazilian Jiu-Jitsu eigentlich?
Brazilian Jiu-Jitsu, kurz BJJ, ist ein Kampfsport, der sich am einfachsten als „Aufgabe-Ringen“ beschreiben lässt. Der Begriff erklärt fast schon alles: Es wird gerungen. Das Ziel ist die Aufgabe des Trainingspartners. Strukturell ist BJJ eng verwandt mit Ringen und Judo. Es beginnt im Stand, mit dem Versuch, den Partner kontrolliert zu Boden zu bringen. Dort wird dann weitergearbeitet: Position halten, Position verbessern, irgendwann eine technische Lösung finden, die den anderen zur Aufgabe zwingt.
Schläge gibt es nicht. Tritte auch nicht. Was es gibt, ist eine sehr körperliche Form von Problemlösung. Wer BJJ trainiert, lernt unter Druck zu denken. Das ist deutlich anstrengender als es klingt und gleichzeitig deutlich logischer aufgebaut als viele andere Kampfsportarten.
Für Kinder hat das einen großen Vorteil. Sie lernen nicht abstrakte Techniken, die irgendwann mal nützlich sein könnten. Sie lernen, in einer konkreten Situation eine Lösung zu finden. Und die Rückmeldung kommt sofort: Funktioniert es, kontrollieren sie den Partner. Funktioniert es nicht, müssen sie sich geschlagen geben und beim nächsten Mal etwas anderes versuchen. Diese unmittelbare Logik ist einer der Gründe, warum Kinder bei BJJ so schnell verstehen, was sie tun. Und sehr schnell kompetent werden im Umgang mit körperlichem Widerstand.
Ab welchem Alter können Kinder bei uns mitmachen?
Wir nehmen Kinder ab sechs Jahren auf, im Regelfall ab dem ersten Schuljahr. Das ist der Punkt, an dem die meisten Kinder körperlich und kognitiv so weit sind, dass sie in einer Gruppe lernen, Bewegungsaufgaben verstehen und mit anderen partnerschaftlich trainieren können.
Eine obere Altersgrenze gibt es bei uns nicht. Solange Kinder Lust auf das Training haben, bleiben sie. Manche steigen mit sechs ein und sind mit fünfzehn immer noch da. Andere fangen mit zwölf an und holen den technischen Stand auf, weil das Lerntempo im BJJ weniger vom Einstiegsalter abhängt, als man denkt.
Wie oft sollten Kinder pro Woche trainieren?
Im jüngsten Alter empfehlen wir zwei Trainingseinheiten pro Woche. Das reicht, um regelmäßig Fortschritte zu sehen, lässt aber genug Luft für Schule, andere Hobbys und Familie.
Wenn Kinder älter werden und merken, dass sie wirklich Feuer gefangen haben, steigen sie meistens auf drei bis fünf Einheiten pro Woche um. Spätestens dann, wenn Wettkämpfe ins Spiel kommen, ergibt sich der höhere Trainingsumfang fast automatisch. Wettkampf ist bei uns aber kein Muss. Dazu gleich mehr.
Wie sieht ein Kindertraining bei Helios konkret aus?
Eine Trainingseinheit beginnt fast immer mit einem spielerischen Aufwärmen. Keine Liegestütze auf Kommando, keine sturen Laufrunden. Stattdessen Bewegungsspiele, die ohne Umweg in das Trainingsthema des Tages überleiten.
Danach geht es relativ schnell in die Partnerarbeit. Das ist eine bewusste Entscheidung: Wir wollen in einer Stunde möglichst viel echtes Kampfsport-Training unterbringen. Alles, was wir üben, soll direkt zu Verbesserungen führen. In Technik, in Taktik, oder im Körperbewusstsein. Aufwärmen ohne Bezug zum eigentlichen Thema gibt es bei uns nicht.
Methodisch arbeiten wir anders, als viele es aus klassischen Kampfsportarten kennen. Wir stellen den Kindern Aufgaben. Kleine Szenarien, die jedes Kind bewältigen kann und bei denen sich von selbst Fragen ergeben. Aus diesen Fragen entstehen die technischen Antworten. Eine neue Technik wird also nicht isoliert vermittelt und dann hoffentlich später angewendet, sondern unmittelbar dann eingeführt, wenn sie ein konkretes Problem löst.
Das hat zwei Effekte. Erstens: Kinder behalten Techniken viel besser, weil sie wissen, wofür sie da sind. Zweitens: Sie bekommen sehr viel Zeit, ihre eigenen Wege zu finden. Unsere Coaches sind in dieser Phase keine Anweisungsgeber, sondern Begleiter. Sie geben Impulse, korrigieren, stellen Fragen zurück. Aber sie übernehmen nicht das Denken.
Mädchen und Jungs, Groß und Klein: Alle trainieren zusammen
Bei uns gibt es keine getrennten Gruppen nach Geschlecht und nur in Ausnahmefällen nach Alter oder Erfahrung. Sechsjährige trainieren mit Zehnjährigen, Anfänger mit Fortgeschrittenen, Mädchen mit Jungs.
Das hat einen einfachen Grund. Im Kampfsport lernt man am meisten, wenn man mit unterschiedlichen Körpertypen, Stärken und Schwächen zu tun hat. Wer immer nur mit Gleichaltrigen gleicher Größe rollt, lernt langsamer. Wer ein größeres Kind kontrollieren muss, denkt sich Lösungen aus, die er bei einem kleineren nie gebraucht hätte. Und umgekehrt.
Der zweite Grund ist uns mindestens genauso wichtig. BJJ ist zwar formal ein Individualsport, aber ohne gute Trainingspartner geht gar nichts. Niemand verbessert sich allein. Das macht gegenseitige Unterstützung zu einer täglichen Selbstverständlichkeit auf der Matte, nicht zu einem aufgesetzten Wert, den man Kindern erst beibringen muss. Sie erleben es einfach, jeden Tag. Rivalität wird bei uns sportlich verstanden, nie persönlich. Auf der Matte versucht man, sich gegenseitig mit fairen Mitteln zu besiegen. Neben der Matte hilft man sich.
Wettkampf: Möglich, aber kein Muss
Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit ist der Leistungssport. Wir haben das erfolgreichste Kinderteam in Köln. Unsere Kids treten regelmäßig national und international an, holen Medaillen, sammeln Erfahrung auf den großen Turnieren.
Wir sagen das nicht, um anzugeben. Wir sagen es, weil es eine wertvolle Information für Eltern ist. Wenn Dein Kind irgendwann sportlich ambitioniert wird, gibt es bei uns die Struktur, die Coaches und das Umfeld, um diesen Weg erfolgreich zu gehen.
Genauso ehrlich ist aber auch der andere Teil: Wettkampf ist bei Helios kein Muss. Kein Kind muss antreten, kein Kind wird dazu gedrängt. Wer einfach trainiert, weil er Spaß daran hat, ist genauso willkommen wie das Kind, das mit zehn schon weiß, dass es zur Europameisterschaft will. Beide Wege funktionieren in unserem Team, weil sie sich gegenseitig nicht im Weg stehen. Im Gegenteil: Die Wettkämpfer ziehen das technische Niveau nach oben, die Hobby-Athleten halten die Atmosphäre locker.
Was das Kindertraining im Helios Project in Köln von anderen Clubs unterscheidet
Wir sind ein kleiner, persönlich geführter Club. Das ist keine Marketingformel, das ist eine bewusste Entscheidung. Klein zu bleiben heißt, dass wir jedes Kind kennen. Wir wissen, wo es technisch steht, wie es gerade in der Schule läuft, mit wem es gerne trainiert und wo es Unterstützung braucht.
Diese Größe ist auch der Grund, warum unser Kinderteam so erfolgreich ist. Individuelle Förderung im Team funktioniert nur, wenn man jedes Kind wirklich sieht. In einer riesigen Gruppe mit ständig wechselnden Coaches ist das nicht machbar. Gutes Kindertraining ist aus unserer Perspektive eine Investition in die Zukunft unseres Sports. Der Aufwand deutlich höher, als beim Erwachsenentraining.
Gleichzeitig ist uns die Integration aller mindestens so wichtig wie der Leistungssport. Das eine ohne das andere wäre für uns nicht Helios. Wir sind keine reine Wettkampfschmiede und keine reine Hobbygruppe. Wir sind beides, gleichzeitig, im selben Raum, in derselben Stunde, auf derselben Matte. Genau das macht den Charakter des Helios Projects aus.
Wie geht’s los?
Wenn du jetzt das Gefühl hast, dass das für Dein Kind passen könnte, gibt es nur einen sinnvollen nächsten Schritt: ein Probetraining. Online kann man BJJ nicht verstehen. Eltern und Kinder müssen es gesehen, gespürt und ausprobiert haben.
Schreib uns oder ruf an, wir vereinbaren einen Termin. Dein Kind kommt vorbei, macht eine Stunde mit, Du schaust zu. Danach wisst ihr beide mehr.
Fragen? Schreib uns direkt. Wir antworten.
Über diesen Beitrag: Dieser Artikel gibt Dir eine grobe Übersicht. In den kommenden Wochen vertiefen wir hier im Blog einzelne Themen, die für viele Eltern wichtig sind: Ab welchem Alter BJJ wirklich passt, wie sicher das Training tatsächlich ist, was BJJ mit Selbstbewusstsein und dem Umgang mit Mobbing zu tun hat, und wie ein erstes Probetraining bei uns konkret abläuft. Wer auf dem Laufenden bleiben will, schaut einfach regelmäßig vorbei.
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Helios Project – Brazilian Jiu Jitsu Köln Ehrenfeld
Email: heliosproject.bjj@gmail.com
Telephone: +49 (0)157 38820059
Heliosstrasse 6a, (im Hinterhof)
50825 Köln
